Mittwoch, 29. Mai 2013

Guten Appetit

Dass Massentierhaltung nicht akzeptabel ist, davon muss man niemanden überzeugen (schon gar nicht Menschen, die sich einen Blog ansehen, der „Tiere essen“ heißt): Niemand will sie. 
Wir haben, trotz intensiver Suche, keinen Menschen gefunden, der die Meinung vertreten hätte, sie sei toll, oder auch nur in Ordnung. Wiesenhof und Thönnies? Haben auf unsere Anfragen erwartungsgemäß nicht geantwortet.

Zu überwältigend die Gegenargumente: Nichts trägt mehr zum Klimawandel bei als die weltweite Tierhaltung. Sie allein ist für 18% der schädlichen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich - das ist mehr als der gesamte (!) weltweite Verkehr, einschließlich Flugzeugen und Autos.
Sie können weiter Porsche fahren und mit Ihrem Privatjet in den Urlaub fliegen, wenn Sie künftig vollständig auf Fleisch, Milch und Eier verzichten, und tragen dann trotzdem noch entscheidend zur Klimarettung bei. (Und wenn Sie dann auch noch auf Fahrrad und Bahn umsteigen, verleihen wir Ihnen den Blaugrünen Umweltengel)

Klimawandel interessiert Sie nicht? Wie wär´s mit Ihrer Gesundheit: Der nächste Supererreger wird derzeit mit Hochdruck und unter Einsatz all unseres Know-Hows gezüchtet in den Tierproduktionsanlangen dieser Welt. Eine auf Menschen übertragbare Kreuzung aus Schweine- und Vogelgrippe, das wär doch was. Die Frage ist nicht, ob sie kommt, sondern wann. Die relativ konservative WHO (das sind die Weltgesundheitsorganisatoren in den weißen Kitteln, auf denen "KEINE PANIK!" steht) geht nach relativ konservativer Schätzung von einer Influenza-Epidemie mit bis zu 7 Millionen Toten weltweit aus. Und das Beste daran: Wir werden ihr völlig machtlos gegenüberstehen, weil alle unsere Antibiotika durch deren massenhaften Einsatz in der Geflügelzucht längst wirkungslos geworden sind. Also bitte: Lassen Sie es sich gut schmecken.

Und dann gibt es ja auch noch das weniger egoistische,  weil weniger anthropozentrische Argument des Leidens der Tiere.  Kann es uns egal sein, dass in unserem Auftrag tagtäglich Tieren ohne Betäubung der Schnabel abgeschnitten (Hühner), die Geschlechtsorgane entfernt (Schweine), bei lebendigem Leibe und vollem Bewusstsein die Haut abgezogen  (Rinder) wird - nur, weil es dann schneller geht und damit billiger ist? Und das sind keine Ausnahmen, und es geht dabei nicht um kleine Stückzahlen.


Harald Wolff


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