| v.l.: Markus Weickert, Angelina Koch, Kerstin Lanja, Elisabeth Kleffner, Stefan Nolte, Pablo Sprungala, Rainer Krause |
Klimatisch eine Katastrophe, lohnt sich das für die Tiere aber wenigstens kulinarisch: Schweine mögen Soja. Viel lieber jedenfalls als die bitter schmeckenden deutschen Getreide. Trotzdem ist es absurd, in Paraguay den Regenwald zu roden, um in Deutschland Tiere zu füttern, deren Fleisch dann nach Afrika exportiert wird.
(Die Gleichung Massentierhaltung = Regenwaldabholzung
funktioniert so einfach allerdings nicht. Der wird wegen des Holzes gerodet; die
Sojaplantagen kommen erst danach. - Macht es das besser?)
| Kerstin Lanja, Elisabeth Kleffner |
Doch, meint Lanje: Die meisten
Bioanbieter arbeiten mit deutschem Soja; und selbst wenn der Markt
größer würde und Soja dafür importiert würde, es bräuchte nicht annähernd
dieselbe Menge an Soja. Die Produktion eines Kilos Fleisch braucht die 7- bis 10-fache Menge an Soja wie die Produktion eines Kilos anderen Essens.
Und die Agrarindustrie stellt sich längst auf die
weltweiten Märkte ein, da liegt die Zukunft. Denn der Bedarf in Deutschland
wird zurückgehen, die Strukturen sind aber da, also wird fleißig exportiert.
Milchpulver nach Burkina Faso, ebenso wie all die Teile von Tieren, die wir
nicht essen (60% des Hühnerfleisches, das in Deutschland gegessen wird, ist
Hühnerbrust; aber selbst bei den grotesk überzüchteten Hühnerrassen heute, die
wegen ihrer großen und schweren Brust kaum mehr stehen können, sind nur 20%
Brust - was glauben Sie, passiert mit dem Rest? Der reicht immer noch, um
lokale afrikanische Märkte kaputt zu exportieren.) Derzeit werden in Deutschland
115% des benötigten Fleisches und der benötigten Milch erzeugt. 15% werden also
exportiert. Wir arbeiten dran, diesen Anteil drastisch zu steigern.
Das bedeutet auch: Die Nahrung kommt von woanders, das
Fleisch geht nach woanders, das einzige, was hierbleibt, wenn der Profit privat
eingestrichen wurde, ist die Gülle, und die Kosten dafür werden dann
vergemeinschaftet. Schöne Scheiße.
Im Sinne einer Kreislaufwirtschaft wäre es sinnvoll, mit
der Gülle das Land zu düngen, auf dem das Soja wächst ... Wir schlagen vor,
eine Pipeline zu bauen. Oder man könnte
die ganzen Öltanker, die um die Welt schippern, auf ihrem Rückweg mit Scheiße
füllen, das hätte schon aus metaphorischen Gründen viel für sich.

Liebe Leute,
AntwortenLöschenes ist verwirrend mit den Zahlen. Etwa 67 % der EU-Agrarimporte in Tonnen aus Drittländern sind Futtermittel. Das ist eine wahnsinnig hohe Zahl. Wir importieren auch Zucker, Pflanzenfette, Wein, Obst und Gemüse, Fleisch und Milch. Wir importieren aber keinesfalls 67 % unserer Nahrungsmittel. Viele Grüße von Kerstin Lanje